Wie innovativ sind Sie selbst
im Hopfenzentrum Hallertau?

 

Wir haben erst 2009 unsere Anbaufläche verdoppelt und in die modernste Technologie investiert, die im Hopfenbau zu haben war. Was es noch nicht gab, wie etwa unsere Trockenreinigungsanlage auf Druckluftbasis. Es gibt natürlich immer wieder Menschen, die manche unserer Ideen für gewagt halten. Aber ich habe natürlich vorher kalkuliert, dass sich jede Investition auch auszahlt.

 

Herr Brenner, ein Sprichwort sagt: „Wen der Hopfen einmal gekratzt hat, den lässt er nicht mehr los“. Was ist da dran?

 

Das kann ich nur unterschreiben. Ich bin ja in unserem Familienbetrieb mit dem Hopfen groß geworden. Die Pflanze fasziniert mich bis heute sehr. Meinen Mitarbeitern geht es glücklicherweise ähnlich – die oft harte Arbeit mit dem Hopfen macht uns einfach Spaß.

 

Dankt Ihnen der Hopfen diese Begeisterung?

 

Unbedingt! Die Hopfenpflanze ist zwar schon eine echte Diva. In der Saison will die Pflanze fast rund um die Uhr gehegt und gepflegt werden. Aber je mehr Arbeit wir hineinstecken, desto mehr gibt sie uns zurück. Dann wächst der Hopfen in 8 Wochen bis zu 7 Meter hoch und entwickelt dabei sein komplexes, unverwechselbares Aroma. Dieses biologische Produkt ist ein echtes Energiebündel, das die reine Kraft der Natur verströmt.

 

 

Was macht noch den Erfolg eines Hopfenbauerns aus?

 

Ich behaupte: Wir Hopfenpflanzer sind oft kreativer und aufgeschlossener als die Anbauer der klassischen Ackerpflanzen. Und erfindungsreich: Als etwa 1955 die erste Zupfmaschine auf den Markt kam, war sie die aufwändigste und teuerste Apparatur der gesamten Landwirtschaft.

Wir stecken bis heute all unsere Energie in die Entwicklung neuer, effizienter Anbau- und Verarbeitungstechniken. In unserer Hopfen-Branche tut sich sehr viel. Ob verbesserte Technik, innovative Trends in der Hopfenverwendung und damit verbunden vorausschauende Investitionen in unseren eigenen Betrieb – Erfolg verlangt vor allem jeden Tag Beweglichkeit im Denken.

 

Gibt es sonst noch Neues aus Eja?

 

Natürlich, mir fällt immer etwas ein. Wenn sich auch in Zukunft im Hopfenzentrum alles ums Grüne Gold dreht, denken wir weiter, zum Beispiel in Richtung Green Energy. Nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung sind ein vielversprechendes Thema. Ich engagiere mich derzeit für die Einführung der robusten, ressourcenschonenden Rohstoffpflanze Igniscum, ein Knöterichgewächs, aus dem sich zum Beispiel Brennstoffpellets herstellen lassen.

 

Johann Brenner

Landwirtschaftsmeister

leitet seit 20 Jahren das Hopfenzentrum Johann Brenner in Pfaffenhofen-Eja